Der Blumberg… lädt heute zum Spazierengehen ein; bequeme Wege führen durch Wald- und Strauchbestand, Sitzbänke bieten Rast und vom Kaiserstein blickt man weit in die Ebene. Das ist nicht selbstverständlich und war nicht immer so. Im 14. bis 16. Jahrhundert befanden sich Weingärten auf dem Blumberg, denn das von Otto dem Fröhlichen gegründete Zisterzienserstift Neuberg/Mürz besaß seit dem 14. Jahrhundert Weingärten in Fischau, im 16. Jahrhundert hatten „460 dienstpflichtige Weingärten ... 340 Eimer jährlich“ zu liefern. Von seiner Exposition her eignete sich der Blumberg, der sanft nach Südosten geneigt ist, im bestehenden Klima hervorragend für den Weinbau. Warum sich der Weinbau auf dem Blumberg aufgehört hat, wird unterschiedlich begründet. Die Zerstörung des Weingebietes hatte mehrere Ursachen: Die Türken verwüsteten 1694 die Kulturen. Wildschäden und die Reblaus taten ein Übriges. Im Kataster von 1820 ist der Blumberg jedenfalls der Kulturart „Hutweide und Steinriegel“ zugeordnet, was Ansichtskarten auch illustrieren. Der seit 1888 bestehende Verschönerungsverein Fischau widmete sich von Anfang an der Wiederbewaldung des „verkarsteten Blumberges“; in den Vereinsstatuten von 1902 wird dies sogar an zweiter Stelle der sieben ausdrücklich angeführten Vereinsziele genannt. Daraus lässt sich vermuten, dass der Boden ausgelaugt oder sogar abhanden gekommen, verweht und ausgewaschen war und deshalb keine Weinkultur mehr möglich war. Die gelungene Rekultivierung ist dem Verschönerungsverein Bad Fischau-Brunn zu danken; es war ein langwieriges, mühsames und teures Unterfangen, wie die Aufzeichnungen belegen. Das Beispiel Blumberg sei also eine freundliche Ermahnung, sorgsam mit unserer Landschaft umzugehen. Heute ist der Blumberg ein beliebtes Ausflugsziel – aufgrund seiner Beschaffenheit und Möglichkeiten, mit seinen gepflegten Wanderwegen, dem Kinderspielplatz, Waldlehrpfad, Vogelkundeweg und dem Vogelstimmenbaum. Zur Übersichtskarte